Vereinsgeschichte


Schießstand im Gasthaus "Engel"

Im Gasthaus "Engel" waren die Hubertusschützen über 50 Jahre zu Hause. Nicht nur zu Trainingszwecken traf man sich im "Engel" bei Gastwirt Wilhelm Ketterer, vielmehr fanden dort auch Veranstaltungen wie die Jahreshaupt­versammlung, die Königsfeier oder die Weih­nachtsfeier statt. Luftgewehr schoß man im Obergeschoß des Engels, die Klein­kaliber­disziplinen wurden im Schützenhaus am Läufelsberg ausgetragen. Bis zum Frühjahr 1977 lief also alles in geordneten Bahnen.
Danach kam es knüppeldick. Zwei Schreiben des Regierungs­präsidiums Karlsruhe ließen die Hubertusschützen nun plötzlich ohne Trainings­möglichkeiten dastehen. Im März wurde zunächst der Kleinkaliberstand ge­schlossen, im April der Schießstand im "Engel" "dicht­gemacht". Eine Über­prüfung des Regierungspräsidiums hatte ergeben, daß die "Männer der ersten Stunde" es versäumt hatten, den Schießstand im "Engel" genehmigen zu lassen. Weiterhin führten die Beamten ins Feld, daß der Saal mit seinen 11m Länge um zwei Meter zu kurz ist und somit das Schießen zur Gefahr für die Benutzer wird.
Darüber hinaus könne durch einen Querschläger durch die Fenster, obwohl mit Holzläden gesichert, die Nachbarschaft gefährdet werden. Das vom Regierungspräsidium gefor­derte Ordnungs­widrig­keits­verfahren wegen Verstoßes gegen §55 Abs. 1 Nr. 24 des Waffen­gesetzes wurde vom Ordnungs­amt Bühl jedoch nicht eingeleitet.

Es wurden Auflagen erteilt, die im Juni und Juli erfüllt wurden. Der Schießbetrieb konnte nun wenigstens in den Luftdruckdisziplinen wieder aufgenommen werden.
 
Dann der nächste Rückschlag. In der Nacht zum 9. Juli 1977 vernichtete ein Großbrand das Gasthaus "Engel". Die Hubertusschützen standen wieder vor dem Nichts. Die Vorstand­schaft unter der Führung des langjährigen 1. Vorsitzenden Karl Maier reagierte nun sehr schnell. Der Schützenverein Oberachern unter Führung von Oswald Meier ermöglichte kurzerhand die Aufrechterhaltung des Trainingsbetriebs sowie die Ausrichtung der Wett­kämpfe für die Luftdruckwaffen im Schützenhaus in Oberachern.


Schützenhaus in der Dieselstraße                 

In der außerordentlichen Generalversammlung wurde der Startschuß für einen Schützen­hausneubau gegeben. In den darauffolgenden Monaten wurde Planung und Finanzierung in die Wege geleitet. Großzügige Geld- und Sachspenden, die Überlassung von Baufahrzeugen und Maschinen, Lotto- und Totomittel sowie die Unterstützung seitens der Gemeinde Ottersweier sicherten das ehrgeizige Projekt finanziell ab. Doch fehlte für den Baubeginn noch der "Rote Punkt". Die Zeit bis zum Winter war knapp und schlechtes Wetter hätte eine drastische Verzögerung des Projekts bedeutet.
Beim Aufenthalt bei unseren Freunden in Bad Feilnbach Anfang September gab es dann freudige Augen. Noch auf der Hinfahrt meinte der mitfahrende Paul Volz auf die Frage: "Wie lange dauert es denn noch mit dem "Roten Punkt"?" nur lapidar "Das kann sich noch eine ganze Weile hinziehen". Dann am Abend beim tradionellen Treff im Saal der Wildbachstuben zog er das begehrte Papier aus der Tasche und überreichte es dem sichtlich überraschten Vorsitzenden Karl Maier. Alle Formalitäten waren nun erledigt. Der Bau des neuen Schützen­hauses konnte nun in Angriff genommen werden. Bereits am Freitag, dem 23. September, waren die ersten Arbeiter mit dem Aushub der Baugrube zugange.
Was dann folgte, war eine grandiose Arbeitsleistung der Schützen.
Der Fortgang der Arbeiten war so zügig, daß schon am 11. März 1978 ein bescheidenes Richtfest gefeiert werden konnte. Den Richt­spruch hielt Ludwig Pfeifer.


Arbeitsleistung am Bau                 

Während des Baus wurden insgesamt 180 m3 Beton verarbeitet, der selbst herge­stellt wurde. Die Kellerdecke wurde per Schubkarren betoniert. Moralische Unter­stützung erhielten die Schützen auch durch ihre älteren Mitglieder, wie z.B. durch den "Herkert Sepp", der zum Wohlgefallen der hart arbeitenden Schützen des öfteren samstags mit einem Kasten Bier auf der Baustelle auftauchte.
In nur 261 Arbeitstagen wurde in 7183 Mannstunden das Schützenhaus erstellt. Es war eine grandiose Meisterleistung, ja sogar rekordverdächtig, was da in Freizeit und Urlaub geleistet wurde. Die Arbeiten gingen deshalb so zügig voran, weil einige wie Besessene an diesem Projekt gearbeitet hatten und dabei oftmals ihre Familien in den Hintergrund treten mußten. Bereits am 16. Juni 1979 konnte das neue Schützenheim der Öffentlichkeit vorgestellt und von Pfarrer Oswald eingeweiht werden. Prominente aus Sport und Politik, unsere Freunde aus Bad Feilnbach und viele andere waren vertreten.


Ausblick 2000

Was lange schon in den Köpfen umhergeistert, scheint nun doch endlich wahr zu werden: Der Bau einer Kleinkaliberanlage.
Bereits während des Baus der Luftgewehranlage wurden Vorbereitungen für eine spätere Erweiterung um einen Kleinkaliberstand getroffen. Allerdings kam wegen des herrschenden Platzmangels nur ein unterirdischer Stand in Frage. Der finanzielle Aufwand für diese Lösung wäre immens gewesen und so wurden die Aktiven ein ums andere Mal auf die Zukunft vertröstet.

Die Situation änderte sich jedoch drastisch, als im Zuge der ICE-Neubaustrecke der Deutschen Bundesbahn die Überführung der Landesstraße L 86 A abgerissen und durch eine Unterführung ersetzt wurde. Diese bauliche Maßnahme bescherte den Hubertus­schützen neuen Raum und neue Planungsmöglichkeiten. Eine Kleinkaliberanlage parallel zur Kreisstraße wäre nun im Bereich des Möglichen. Erste Grobplanungen wurden bereits 1994 unternommen. Jedoch galt es einige Hürden zu überwinden. Lange Zeit war beispielsweise nicht geklärt, ob die Frischwasserleitung nach Hatzenweier überbaut werden darf. Konkretisiert wurden die Planungen, nachdem seitens des Ordungsamts signalisiert wurde, daß eine komplett geschlossene Kleinkaliber­anlage nicht zwingend sei. Mit dem kürzlich von der Gemeinde bewilligten Zuschuß, den Eigenleistungen und mit den hoffentlich genehmigten Zuschüssen des Badischen Sportbundes sollte die Anlage in naher Zukunft realisiert werden können.

Engelwirt
Rohbau
Richtspruch
Vorstandschaft von 1987 - 1989
Heutiges Schützenhaus